{"id":666,"date":"2017-09-25T19:31:48","date_gmt":"2017-09-25T17:31:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.libres-penseurs.net\/?p=666"},"modified":"2017-10-15T11:25:42","modified_gmt":"2017-10-15T09:25:42","slug":"gegen-fake-news-nicht-immer-ein-kampf-fuer-die-wahrheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.libres-penseurs.net\/en\/gegen-fake-news-nicht-immer-ein-kampf-fuer-die-wahrheit\/","title":{"rendered":"Gegen \u201eFake News\u201c \u2013 nicht immer ein Kampf f\u00fcr die Wahrheit"},"content":{"rendered":"<p class=\"qtranxs-available-languages-message qtranxs-available-languages-message-en\">Sorry, this entry is only available in <a href=\"https:\/\/www.libres-penseurs.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/666\" class=\"qtranxs-available-language-link qtranxs-available-language-link-de\" title=\"Deutsch\">Deutsch<\/a> and <a href=\"https:\/\/www.libres-penseurs.net\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/666\" class=\"qtranxs-available-language-link qtranxs-available-language-link-fr\" title=\"Fran\u00e7ais\">Fran\u00e7ais<\/a>.<\/p><p><em><strong>Von Klaus Hartmann*<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Das englische Wort Fake News ist vor gut einem Jahr in Mode gekommen und bezeichnet etwas, f\u00fcr das wir schon vorher ziemlich exakte Begriffe hatten: Falschmeldungen und Desinformation. Auch das Wort \u201eZeitungsente\u201c war in Deutschland gel\u00e4ufig, klingt aber nat\u00fcrlich nicht so cool und trendy wie die Neusch\u00f6pfung in Englisch.<!--more--><\/p>\n<p>Urspr\u00fcnglich bedeutet Fake gef\u00e4lscht oder F\u00e4lschung, schon l\u00e4nger bekannt ist fake fur, das ist Kunstpelz, ein fake painting ist ein gef\u00e4lschtes Gem\u00e4lde, oder eine fake pistol ist keine echte Waffe; sondern eine Attrappe.<\/p>\n<p>Anfang 2017 wurden \u201eFake News\u201c zum \u201eAnglizismus des Jahres\u201c gew\u00e4hlt. Die Jury der Aktion erkennt ab November 2016 im Zusammenhang mit einer Bedeutungsverschiebung hin zu politisch motivierten Falschmeldungen, in T\u00e4uschungsabsicht hergestellt. (Anglizismus des Jahres 2016, verantwortlich im Sinne des Presserechts: Anatol Stefanowitsch, abgerufen am 8. Februar 2017, lt. https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fake_News#cite_ref-9 )<\/p>\n<p>Mit Fake News sind keineswegs alle Falschmeldungen und Desinformationen gemeint, der Vorwurf zielt speziell auf Nachrichten im Internet und den sogenannten \u201esozialen Medien\u201c. \u201eBesonders im Internet wird heute gelogen, dass sich die Balken biegen\u201c, verk\u00fcndet das Erste Deutsche Fernsehen; \u201eHasskommentare und gezielte Falschmeldungen\u201c beklagt der Norddeutsche Rundfunk, und meldet: \u201eDie Bundesregierung will im Wahlkampf ein Abwehrzentrum gegen Desinformationen\u201c. (Magazin \u201eZapp\u201c, 01.02.2017)<\/p>\n<p>Der Vorwurf bedeutet implizit einen Freispruch f\u00fcr die sogenannten offiziellen Medien wie Rundfunk, Fernsehen und Presse, sowie die Nachrichtenagenturen, aus denen sie alle ihre Weisheiten beziehen. In gewisser Weise ist der Vorwurf \u201eFake News\u201c auch eine Retourkutsche f\u00fcr den Vorwurf \u201eL\u00fcgenpresse\u201c, der seit ein paar Jahren gegen die etablierten Medien erhoben wird.<\/p>\n<p>Der sogenannte Kampf gegen Fake News wurde von offizieller Seite in ein Instrument verwandelt, das gegen innenpolitische Gegner und au\u00dfenpolitische Konkurrenten gerichtet ist.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber, dass Falschmeldungen unsere Demokratie bedrohen w\u00fcrden, ist eine regelrechte Hysterie entstanden. http:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/web\/bild-1129628-1093845.html: \u201eaus dem Modewort zur Beschreibung eines neuen Ph\u00e4nomens ist ein Kampfbegriff geworden\u201c, scheibt das Nachrichtenmagazin \u201eDer Spiegel\u201c in \u00fcberraschende, weil seltener Offenheit. Demnach sei \u201eFake News ein politisches Schimpfwort, das in allerlei Auseinandersetzungen hin- und hergeschleudert wird, so dass es kaum noch zu greifen ist: zwischen Trump und Medien, zwischen Linken und Rechten.\u201c F\u00fcr manche sei \u201eFake News\u201c nur \u201eein bequemes Schlagwort f\u00fcr alles Neue, was einem nicht in den Kram passt\u201c.<\/p>\n<p>Dabei ist der Aspekt nicht unerheblich, dass n\u00e4mlich die Regierungen und Mainstream-Medien auch unliebsame Wahrheiten mit dem Verdikt \u201eFake News\u201c versehen, um sich nicht damit auseinandersetzen zu m\u00fcssen, sondern die K\u00fcnder zu diskreditieren und aus dem \u201eseri\u00f6sen\u201c Diskurs auszuschlie\u00dfen. Damit \u00e4hnelt das Wort der Funktion des Vorwurfs \u201eVerschw\u00f6rungstheoretiker\u201c, deren Ausgrenzung, L\u00e4cherlich- und Ver\u00e4chtlichmachung mit diesem Etikett ebenso angestrebt wird.<\/p>\n<p><strong>Fakes sind keine Neuerscheinung<\/strong><\/p>\n<p>Wir sollen und k\u00f6nnen nicht akzeptieren, dass die Debatte um sogenannte \u201eFake News\u201c als kleine M\u00fcnze im parteipolitischen Gez\u00e4nk und im tagespolitischen Schlagabtausch benutzt wird. Wir sollten die Konjunktur des\u00a0 Modewortes dazu nutzen, \u00f6ffentlich auf Lug und Trug, insbesondere die gr\u00f6\u00dferen und gro\u00dfen L\u00fcgen hinzuweisen, die uns vorgesetzt werden, und deren Hinterfragen nicht gew\u00fcnscht ist. Hier sehen wir eine besondere Herausforderung f\u00fcr die Aufkl\u00e4rung, die Freidenker auf ihre Fahnen geschrieben haben.<\/p>\n<p>Deshalb schadet es nicht, ein wenig in der Geschichte zur\u00fcckzugehen, und auch die Religionen und die Kirchen nicht zu schonen.<\/p>\n<p>Beginnen wir mit einer Fake News, die ein zentrales christliches Dogma behandelt: Jesus soll von einer Jungfrau geboren worden sei, nach einer unbefleckten Empf\u00e4ngnis.<\/p>\n<p><strong>Die Heiligen Schriften sind voll von genannten Fake News.<\/strong><\/p>\n<p>Das Bistum in Trier veranstaltet regelm\u00e4\u00dfig Wallfahrten zu seinem sogenannten \u201eHeiligen Rock\u201c. \u00abDer Heilige Rock ist echt\u00bb, sagt der Bischof &#8211; allerdings nicht im Sinne des historischen Gewandes Jesu.<\/p>\n<p>Nach einem Bad im Wasser von Lourdes sollen Multiple Sklerose, Tuberkulose, Infektionskrankheiten, Knochenkrebs geheilt worden sein. Die r\u00f6misch-katholischen Kirche hat bis heute 67 angeblicher Heilungen als Wunder anerkannt.<\/p>\n<p>Hartn\u00e4ckig h\u00e4lt sich die Legende, dass die Katholische Kirche Gegnerin des Hitlerfaschismus war.\u00a0 Tats\u00e4chlich schlossen der Vatikan und Nazideutschland am 20.7.1933 einen Kirchenstaatsvertrag ab. Dieses \u201eKonkordat\u201c mit dem Papst war Hitlers erster v\u00f6lkerrechtlicher Vertrag.<br \/>\n\u00bbZwar waren fast zwei Drittel der 34 Artikel des Konkordats zu Gunsten der Kirche. Aber das k\u00fcmmerte Hitler nicht. Immerhin mu\u00dften die Bisch\u00f6fe, laut Artikel 16, einen Treueid ablegen und versprechen, die Regierung zu achten und durch ihren Klerus achten zu lassen. Artikel 27 gab den Nazis Einflu\u00df auf die Ernennung des katholischen Armeebischofs und der katholischen Milit\u00e4rgeistlichen. Artikel 30 sah an allen Sonn- und Feiertagen in s\u00e4mtlichen Kirchen Deutschlands nach dem Hauptgottesdienst ein Gebet f\u00fcr das Wohlergehen des Hitlerreiches vor.\u00ab (Deschner(1965), Mit Gott und den Faschisten. Der Vatikan im Bunde mit Mussolini, Franco, Hitler u. Pavelic, S.113)<br \/>\nDer Vertrag wurde von der Bundesrepublik nie beendet.<\/p>\n<p>Da wollte die Evangelische Kirche in Sachen Treue zum \u201eF\u00fchrer\u201c nat\u00fcrlich nicht nachstehen:<br \/>\n\u00bbDer geistliche Vertrauensrat der deutschen evangelischen Kirche, erstmalig seit Beginn des Entscheidungskampfes im Osten versammelt, versichert Ihnen, mein F\u00fchrer, in diesen hinreisend bewegten Stunden aufs Neue die unwandelbare Treue und Einsatzbereitschaft der gesamten evangelischen Christenheit des Reiches. Sie haben, mein F\u00fchrer, die bolschewistische Gefahr im eigenen Lande gebannt und rufen nun unser Volk und die V\u00f6lker Europas zum entscheidenden Waffengange gegen den Todfeind aller Ordnung und aller abendl\u00e4ndisch christlichen Kultur auf. Das deutsche Volk und mit ihm alle seine christliche Glieder danken Ihnen f\u00fcr diese Ihre Tat.\u00ab \u2015 Telegramm des Vertrauensrates der deutschen evangelischen Kirche vom 30.6.1941 an Adolf Hitler (Kloft (2010), Lieber Onkel Hitler \u2013 Briefe an den F\u00fchrer, Spiegel\/MDR\/NDR\u2013Filmdokumentation)<\/p>\n<p>Ein anderes Ger\u00fccht besagt, dass der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland ein lupenreiner Demokrat gewesen sei.<br \/>\nKonrad Adenauer, Mitglied der katholischen Zentrumspartei war von 1933 K\u00f6lner Oberb\u00fcrgermeister. 1929 schrieb er ein Telegramm an den italienischen Faschistenf\u00fchrer Benito Mussolini, der den Arbeiterf\u00fchrer Giacomo Mateotti hatte ermorden lassen: \u00bbDer Name Mussolini wird in goldenen Buchstaben in die Geschichte der katholischen Kirche eingetragen!\u00ab<br \/>\n(Bernt Engelmann(1998), Schwarzbuch Helmut Kohl..,S.48f.)<br \/>\n\u201eDemokrat\u201c Adenauer: das ist Fake News, die Realit\u00e4t: ein Klerikalfaschist.<\/p>\n<p>Dass die Kirche nach dem verheerenden Krieg auf Frieden gesetzt h\u00e4tte, ist ebfalls Fake News: Kardinal Frings aus K\u00f6ln hat am 23. Juni 1950 auf dem Katholikentag in Bonn als erster \u00f6ffentlich in Deutschland die Wiederaufr\u00fcstung der Deutschen gefordert.\u00ab (Deschner (1965), Mit Gott und den Faschisten. Der Vatikan im Bunde mit Mussolini, Franco, Hitler u. Pavelic, S.115 f.)<\/p>\n<p>Er kann sich dabei auf eine lange kirchliche Tradition berufen: \u00bbDie geschichtlichen Tatsachen lehren, da\u00df uns der Krieg gr\u00f6\u00dferen Nutzen bringt als der Friede.\u00ab \u2015 Kirchenvater Theodoret im 5. Jahrhundert (Deschner (1986), Kriminalgeschichte des Christentums, Band 1 von 10, Die Fr\u00fchzeit, S. 68)<\/p>\n<p><strong>\u201eHaltet den Dieb!\u201c- au voleur! &#8211;<\/strong><\/p>\n<p>Die Europ\u00e4ische Union hat im September 2015 eine \u201eArbeitsgruppe zur Verfolgung und Analyse von aus Russland nach Europa str\u00f6menden Desinformationen\u201c namens \u201eEast StratCom Task Force\u201c als Ergebnis der eingerichtet, die eine Homepage Disinformation Revue geschaltet hat. Sie durchk\u00e4mmen das Internet nach Falschnachrichten, die nach ihrer Ansicht aus Russland in die Europ\u00e4ische Union str\u00f6men. Diese Kommission beschreibt ihren Zweck selbst h\u00f6chst entlarvend, n\u00e4mlich dass die aus Russland kommenden Nachrichten \u201ehier f\u00fcr Unruhe sorgen und Zweifel an der etablierten Politik s\u00e4en sollen\u201c.<\/p>\n<p>Ja, wo kommen wir denn da hin? Unruhe? Ruhe ist doch bekanntlich erste B\u00fcrgerpflicht. Und gar \u201eZweifel an der etablierten Politik\u201c? Einfach nur frevelhaft. Wo doch die NATO-Deutungshoheit der Wirklichkeit sakrosankt ist und jede Bedrohung dieses Monopols mindestens Majest\u00e4tsbeleidigung bedeutet!<\/p>\n<p>Wenn man der EU- und NATO-Sicht folgen m\u00f6chte, w\u00fcrde der Alarm wegen \u201eUnruhe und Zweifel\u201c doch eher zu Russland passen, aber zur EU, dem Hort der Demokratie, der Meinungsfreiheit, der m\u00fcndigen B\u00fcrger? Da haben offenbar die Russen der EU selbst die Feder gef\u00fchrt, um sie vor aller Augen zu blamieren.<\/p>\n<p>Alternative Medien? \u201eSie zielen darauf, die Mainstream-Medien auszuhebeln\u201c, klagt die Kulturwissenschaftlerin Eva Kimminich von der Uni Potsdam an, und: \u201eman muss ber\u00fccksichtigen, dass einfach \u201aGegebenheiten aus Medien\u2018(!) aufgegriffen und anders dargestellt werden\u201c. (\u201eZapp\u201c, 01.02.2017) \u201eGegebenheiten\u201c? Die Herrschaft hat\u2018s gegeben? Und wir haben es nur noch zu schlucken? Der Kommentator: Das kann schon gef\u00e4hrlich sein \u2013 wenn Entscheidungen aufgrund von Meinungsmache getroffen werden, die nur noch mit Hetze zu tun hat.\u201c<\/p>\n<p><strong>Die Eiferer gegen \u201eFake News\u201c w\u00fcrden besser vor der eigenen T\u00fcr kehren.<\/strong><\/p>\n<p>Am 10.01.2017 meldete \u201eBild\u201c: \u201eSPD-Chef Gabriel tritt gegen Merkel an\u201c. Solche klassischen Falschmeldungen sind im Prinzip bestenfalls belustigend. Wenn sie sich als falsch herausstellen, werden sie meist kleinlaut dementiert.<\/p>\n<p>Andere Fake News haben eine schier ewige Lebensdauer. \u201eDie Rente ist sicher\u201c versprach der deutsche Arbeits- und Sozialminister Norbert Bl\u00fcm, erstmals im Wahlkampf 1986, am 10. Oktober 1997 nochmals in einer hitzigen Debatte im Deutschen Bundestag. Er meinte nicht seine eigene Rente, es war ein typisches Versprechen an die W\u00e4hler. Inzwischen sagt er kleinlaut: \u201eWenn das Rentenniveau weiter so sinkt wie in den letzten Jahren, dann kommt man in die N\u00e4he der Sozialhilfe\u201c. (Saarbr\u00fccker Zeitung, 01.12.2014)<\/p>\n<p>Das Rentenniveau im Jahr 2028 wird wahrscheinlich nur noch 44 Prozent des Durchschnittseinkommens betragen &#8211; im Jahr 2000 waren es noch knapp 53 Prozent. Aktuelle Berechnungen gehen davon aus, dass \u00fcber 50% der Erwerbst\u00e4tigen mit Renten unterhalb der Armutsgrenze rechnen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Eine besondere mediale Behandlung hat in den letzten Jahren Griechenland erfahren. Dem Fernsehzuschauer wurde von der ARD beigebracht, mit Verl\u00e4ngerung des zweiten \u201eHilfspakets\u201c habe sich die neue griechische Regierung verpflichtet, die mit der Vorg\u00e4ngerregierung vereinbarten Reformen ausnahmslos umzusetzen. Das ist zwar wahrheitswidrig, sollte aber den Eindruck erwecken, dass Athen (erneut) den Fahrplan nicht einh\u00e4lt, im Zeitverzug ist, nicht liefert, seine Hausaufgaben nicht macht, tats\u00e4chlich reformunwillig ist. Korrespondent Krause unternahm es, die Zuschauer davon \u00fcberzeugen, dass \u201eder Grieche\u201c sich auf ihre Kosten bereichern will, oder in den Worten Krauses \u201ees f\u00fcr das gottgegebene Recht seines Landes h\u00e4lt, auf Kosten anderer zu leben.\u201c (Tagesthemen-Kommentar vom 17. 02. 2015)<\/p>\n<p>Framing &#8211; Nach den Fake News m\u00fcssen wir uns mit weiteren Anglizismen abgeben, zun\u00e4chst dem Framing: Der vom US-amerikanischen Linguisten George Lakoff aufgestellten Kommunikationsmaxime, Fakten nur innerhalb moralischer Frames zu diskutieren, folgt die ARD-Berichterstattung ebenso wie das von Lakoff inspirierte Diskussionspapier der Bertelsmann Stiftung zu strategischer Regierungskommunikation aus dem Jahr 2006: \u201eGelungenes Framing zeichnet sich dadurch aus, dass Reformpolitik ihre Gestaltungsanliegen sprachlich mit gesellschaftlichen Sinn- und Wertzusammenh\u00e4ngen verkn\u00fcpft.\u201c<\/p>\n<p>Die sachliche Debatte um \u00f6konomische L\u00f6sungen f\u00fcr eine Schuldenkrise tritt in den Hintergrund zugunsten einer medial inszenierten Frage der Tugendhaftigkeit. Mit Hilfe der so erzeugten \u201eIllusion der Informiertheit\u201c wird das tats\u00e4chliche Informationsvakuum innerhalb der Berichterstattung verdeckt. Die St\u00e4rke der Narration ist, dass sie den Werte-Frame subtil transportiert \u2013 ohne ihn explizit zu nennen. Der Rezipient erkennt selbst\u00e4ndig, dass das Thema einen f\u00fcr ihn bedeutsamen Grundwert tangiert\u201c [179], f\u00fchrt Herbert Flath in seiner Dissertation zu \u201eStorytelling im Journalismus\u201c aus. Storytelling ist also der n\u00e4chste Begriff der sch\u00f6nen neuen Medienwelt, den wir uns merken sollten.<\/p>\n<p>Auch eine \u201eSemantik der Eskalation\u201c (Frank Schirrmacher), die aus Ausdr\u00fccken besteht wie \u201eschrille T\u00f6ne\u201c, \u201eAffront\u201c, \u201eaufeinanderprallende Welten\u201c, \u201eEklat\u201c, \u201eheftiger Streit\u201c und \u201egeballte Faust\u201c wird einen Gro\u00dfteil der Zuschauer davon \u00fcberzeugen, dass diese \u201ehemds\u00e4rmeligen\u201c, \u201eruppigen\u201c (Thomas Roth 04.02.2015), \u201eselbstverliebten\u201c (Ulrich Deppendorf 27.02.2015) \u201eHalbstarken\u201c (Claus-Erich Boetzkes 12.02.2015), diese \u201eSchuljungen\u201c (Thomas Bormann 21.02.2015) mit ihrer \u201eRuppigkeit-ich-will-nicht-sagen-Arroganz\u201c (Thomas Roth 16.02.2015), diese \u201eunberechenbaren Teenager\u201c mit \u201efrechem Grinsen im Gesicht\u201c (Angela Ulrich 08.07.2015), die ihre \u201eHausaufgaben\u201c (Caren Miosga 23.02.2015) nicht machen wollen und es als ihr \u201egottgegebenes Recht ansehen, auf Kosten anderer zu leben\u201c (Rolf-Dieter Krause 17.02.2015), \u201erunter von den B\u00e4umen\u201c (Ulrich Deppendorf 27.02.2015) m\u00fcssen, \u201eins Gebet\u201c (Bettina Scharkus 29.01.2015) genommen werden m\u00fcssen. Und wenn alle Ermahnung nicht hilft \u2013 \u201eIch-kann-gar-nicht-so-viel-fressen-wie-ich-kotzen-m\u00f6chte\u201c [183] (Rolf-Dieter Krause, Presseclub, 14.06.2015) \u2013, dann m\u00fcssen diese \u201eSchurken\u201c (Alois Theisen, 27.06.2015), vor allem dieser \u201eirrlichternde Varoufakis\u201c [184] (Reinald Becker 29.06.2015) mal richtig diszipliniert, am besten \u201ezum Teufel gejagt\u201c[185] werden. (Rolf-Dieter Krause, Hart aber fair, 29.06.2015)<br \/>\nhttps:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/2016\/08\/20\/auswertung-ueber-taeuschung-tugend-und-teenager\/<\/p>\n<p>Diese und viele weitere Medienmanipulationen hat die \u201eSt\u00e4ndige Publikumskonferenz\u201c \u00f6ffentlich gemacht, die sich f\u00fcr Medienkompetenz und demokratische Mitsprache bei der Umsetzung des Programmauftrags der Medien stark macht. Ihre Vorsitzende Maren M\u00fcller kommentiert: Wir werfen der ARD vor, entgegen der Vorgaben des Rundfunkstaatsvertrages das Publikum mit Desinformation, Falschaussagen und Auslassungen wichtiger Informationen \u00fcber Wochen und Monate regelrecht \u00fcberzogen zu haben:<\/p>\n<p>Die Griechenlandberichterstattung der ARD \u2013 explizit von Tagesschau und Tagesthemen \u2013 war einseitig, regierungskonform, manipulativ, feindselig, verleumderisch und in Teilen geradezu absurd ob ihrer boulevardesken Erz\u00e4hlweise. Durch die inflation\u00e4re Verbreitung national-stereotyper Klischees im Zusammenhang mit den griechischen Staatsschulden wurden bei der deutschen Bev\u00f6lkerung niedere Instinkte wie Neid, Hass, Zynismus und offener Rassismus geweckt sowie Zwietracht unter den europ\u00e4ischen Nachbarn ges\u00e4t. \u201eDas stereotypenspezifische Werte-Framing wirkt stark polarisierend. Es aktiviert und best\u00e4tigt zugleich das im Langzeitged\u00e4chtnis gespeicherte Stereotyp von den chaotischen, unzuverl\u00e4ssigen, trickreichen, unp\u00fcnktlichen, unbeherrschten, faulen (=reformunwilligen) und verschwenderischen S\u00fcdeurop\u00e4ern, die angeblich die (nord-) \u201eeurop\u00e4ischen Gepflogenheiten\u201c (Rolf-Dieter Krause) missachten.\u201c<br \/>\nhttps:\/\/publikumskonferenz.de\/blog\/<br \/>\nIn gleicher Richtung wirkt auch das Institut f\u00fcr Medienverantwortung, das von der Freidenkerin Dr. Sabine Schiffer geleitet wird. Sein Anliegen ist die F\u00f6rderung von Medienkompetenz auf Seiten der Mediennutzer. Sie gab zuletzt unter dem Titel \u201eUkraine im Visier. Russlands Nachbar als Zielscheibe geostrategischer Interessen\u201c ein Buch heraus, in dem verschiedenen Autoren die Medienmanipulationen zur Ukraine-Krise untersuchen. https:\/\/www.medienverantwortung.de\/<\/p>\n<p>Ein weiterer Anglizismus ist der sogenannte spin doctor, ein aus den USA importierter Begriff, wo diese Gattung zun\u00e4chst, seit 1984 als PR-Berater von Pr\u00e4sidentschaftskandidaten in den war rooms t\u00e4tig war, den Wahlkampfzentralen der Parteien. Ihre Aufgabe: die \u201eDinge ins richtige Licht zu r\u00fccken\u201c, der Berichterstattung den gew\u00fcnschten Dreh zu geben. Sie sollen Themen setzen, Interpretation vorgeben und den Ereignissen immer einen eigenen Drall, einen spin geben, auch wenn der sich kaum mehr mit den Tatsachen deckt. Personen oder Ereignisse sollen in einem m\u00f6glichst positiven oder auch negativen Licht erscheinen. (https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Spin-Doctor )<\/p>\n<p>Daher sind die v\u00f6lkerrechtswidrigen Kriege des Westens immer \u201ehumanit\u00e4re Missionen\u201c, \u201ef\u00fcr Menschenrechte\u201c und den \u201eSchutz der Zivilbev\u00f6lkerung, und die Gegner von USA und NATO immer \u201eVerr\u00fcckte\u201c, \u201eSchl\u00e4chter\u201c, \u201eDiktatoren\u201c, \u201eM\u00f6rder des eigenen Volkes\u201c und \u201eneue Hitler\u201c.<\/p>\n<p>Widerholt hat der ehemalige Tagesschau-Redakteur Volker Br\u00e4utigam wegen der einseitigen Propaganda und Desinformation der ARD \u00fcber den Ukraine-Konflikt eine Programmbeschwerde eingereicht. In einem Fall r\u00fcgte er, dass das Erste Deutsche Fernsehen eine Patrouille von NATO-Soldaten den Zuschauern als \u201eOSZE-Beobachter\u201c verkaufen wollte.<\/p>\n<p>Die \u201eStellungnahme\u201c des ARD-aktuell-Chefredakteurs Gniffke darauf schl\u00e4gt jede Satire: \u201eWir haben den Begriff \u201aOSZE-Milit\u00e4rbeobachter\u2019 richtig verwendet. \u2026 Die Bezeichnung \u2026 steht im Einklang mit dem Wording von Nachrichtenagenturen und Qualit\u00e4tszeitungen\u2026\u201c<\/p>\n<p>Br\u00e4utigam kommentierte: Gniffke kombiniert also Arroganz und Ignoranz. Er merkt nicht mal, dass er ein intellektuelles Null Ouvert spielt und zugleich die zumindest mentale \u2013 nachrichtenagenturgest\u00fctzte \u2013 Gleichschaltung der Medien nachweist, indem er das eigene Falschinformieren mit demjenigen der Agenturen und \u201eQualit\u00e4tszeitungen\u201c rechtfertigt. Borniertheit, Arroganz und Kritikunf\u00e4higkeit der Staatssender kennen offensichtlich keine Grenzen. https:\/\/propagandaschau.wordpress.com\/2014\/07\/10\/volker-brautigam-uber-den-umgang-der-ard-mit-seiner-programmbeschwerde\/<\/p>\n<p>Dank ARD-Gniffke haben wir einen weiteren Anglizismus gelernt: \u201eWording\u201c. Gemeint ist die Sprachregelung, auf die sich die \u201eim Konkubinat mit der Politik lebenden Medien\u201c (Br\u00e4utigam) verst\u00e4ndigt haben, um dem Berichteten den \u201erichtigen Drall\u201c (Spin) zu geben, der ihre Deutungshoheit \u00fcber die Ereignisse sicherstellt.<\/p>\n<p><strong>In den Krieg<\/strong><\/p>\n<p>Fake News werden gef\u00e4hrlich, lebensgef\u00e4hrlich, wenn sie in der Propagandaschlacht zur Kriegsvorbereitung benutzt werden \u2013 man spricht auch von psychologischer Kriegsvorbereitung.<\/p>\n<p>Der bekannte Klassiker stammt aus dem Jahr 1939, als Hitler den \u00dcberfall auf Polen damit propagandistisch rechtfertigen wollte, dass polnische Freisch\u00e4rler einen \u00dcberfall auf den Sender Gleiwitz gestartet h\u00e4tten, tats\u00e4chlich handelte e sich um ein Kommando der SS. Seitdem werden regelm\u00e4\u00dfig L\u00fcgen oder Aktionen unter \u201efalscher Flagge\u201c gestartet, um einen geplanten Krieg auszul\u00f6sen.<\/p>\n<p>Die Brutkastenl\u00fcge: Zur Einstimmung auf den Irak-Krieg 1991 sprach im Oktober 1990 eine15-j\u00e4hrige Kuwaiterin vor dem Menschenrechtsausschuss des US-Kongresses. Unter Tr\u00e4nen berichtete sie \u00fcber Gr\u00e4ueltaten irakischer Soldaten die in einem kuwaitischen Krankenhaus 15 Babys aus Brutk\u00e4sten gerissen, auf den Boden geworfen und dort sterben gelassen h\u00e4tten. Ein Jahr sp\u00e4ter wird die 15-j\u00e4hrige als Tochter des kuwaitischen Botschafters in den USA identifiziert. Die ganze Inszenierung war eine Auftragsarbeit der PR-Agentur Hill &amp; Knowlton, die vorher in Umfragen ermittelt hatte, dass die US-B\u00fcrger Grausamkeit gegen hilflose Kleinkinder am entschiedensten verabscheuten. Fake News als Ergebnis von spin doctoring, auch \u201eprofessionelle strategische Kommunikation\u201c genannt.<\/p>\n<p>Besonders erfindungsreich erwies sich der deutsche Verteidigungsminister Rudolf Scharping bei der Propaganda zur Vorbereitung und Rechtfertigung der NATO-Aggression gegen Jugoslawien 1999, in den meisten Medien verniedlichend \u201eKosovo-Krieg\u201c genannt: so erfand er einen sogenannten \u201eHufeisenplan\u201c, der ethnischer S\u00e4uberung dienen sollte, der aber nicht aus Jugoslawien stammte, sondern in seinem Ministerium fabriziert wurde.<\/p>\n<p>Am 25.1.1999 brachten alle gro\u00dfe Medien \u00dcberschriften wie \u201eNach dem Massaker in Racak ist die NATO zum Eingreifen bereit.\u201c Dass es ein Massaker gewesen sein soll, stellte der als OSZE-Beauftragter vorgestellte William Walker fest, bevor irgendeine Untersuchung der pr\u00e4sentierten Leichen stattgefunden hat. Der Ehrenmann Walker war von 1988 bis 1992 als Botschafter von El Salvador, von wo aus er den Kampf der nicaraguanischen Contras anleitete, die Ermordung von zwei Frauen und sechs Jesuitenpriestern beaufsichtigte, und eine zentrale Rolle in der Iran-Contra-Aff\u00e4re spielte. Wie Forensiker-Teams, u.a. das finnische unter Leitung der renommierten Helen Ranta, feststellten, gab es keine Belege, dass ein Massaker stattgefunden h\u00e4tte. Da hatte die Story aber bereits ihren Dienst als Rechtfertigung des Angriffskrieges getan. Die Taz pr\u00e4sentierte \u00fcbrigens das gleiche Leichen-Bild ein paar Monate sp\u00e4ter nochmal, am 30.04.199 diesmal von einem anderen Ort, als die Toten von Djakoviza. Sie musste die F\u00e4lschung sp\u00e4ter zugeben.<\/p>\n<p>Aus dem Gruselkabinett des Minister Scharping stammte alsdann die L\u00fcge \u00fcber aus dem Bauch Schwangerer geschnittene F\u00f6ten, die von einer entmenschten serbischen Soldateska gegrillt worden sein sollten. Die w\u00fcrde auch manchmal mit abgeschnittenen K\u00f6pfen Fu\u00dfball spielen. Scharping war auch der erste, der von einem Konzentrationslager im Stadion von Pristina sprach. \u201eBILD\u201c war sofort mit der Schlagzeile zur Stelle: &#8220;&#8230; sie treiben sie ins KZ&#8221; auf. Darunter war ein Foto mit Fl\u00fcchtlingen auf dem Weg zur mazedonischen Grenze zu sehen. Es war zwar die Ausgabe vom 1. April 1999, aber ernstgemeint.<\/p>\n<p>Zur Vorbereitung des Irak-Kriegs 2003 verbreiteten die USA vermeintliche Beweise in Form von Satellitenfotos f\u00fcr die Existenz von Massenvernichtungswaffen im Besitz von Saddam Hussein. US-Au\u00dfenminister Colin Powell pr\u00e4sentierte die Bilder im UN-Sicherheitsrat, und fast ausnahmslos alle westlichen Medien druckten es treu und brav nach. 2005 gab Powell die L\u00fcge zu und nannte sie einen &#8220;Schandfleck&#8221; in seiner politischen Karriere.<\/p>\n<p>Im Gro\u00dfbritannien des Ministerpr\u00e4sidenten Tony Blair, des gl\u00fchendsten Protagonisten des Irak-Krieges, wurde das dubiose Wirken seines PR-Beraters Alastair Campbell zum \u00f6ffentlichen Skandal. Er war Autor des Dossiers, in denen die Bedrohung durch Saddam Hussein in grellen Farben geschildert wurde. Nach Hinweisen eines Geheimdienstmitarbeiters berichtete BBC, die Regierung Blair habe Geheimdienstinformationen aufgebauscht, um einen Krieg gegen Saddam Hussein zu rechtfertigen. Spin-Doctor Campbell setzte den Geheimdienstmann darauf unter massiven Druck, der sich daraufhin das Leben nahm.<\/p>\n<p>Auch im Krieg gegen Syrien kam wieder ein Kind zum Einsatz, Bana Alabed, syrisches M\u00e4dchen, das aus Aleppo twitterte. Die Tochter eines dschihadistischen K\u00e4mpfers sorgte f\u00fcr die Verbreitung der sogenannten Fassbombenl\u00fcge.<\/p>\n<p>(Der syrische Pr\u00e4sident sagte schon 2015 auf eine entsprechende Frage eines westlichen Journalisten hin, dass man keine Fassbomben einsetze: \u201eWir haben richtige Bomben!\u201c \u2013 also bessere, st\u00e4rkere! Wann stellt die NATO eigentlich Bomberstaffeln mit dieser nicht verbotenen vermeintlichen Superwaffe vor? Tats\u00e4chlich gibt es keine wirklichen Beweise f\u00fcr den Einsatz solcher Bomben (im Gegensatz zu Beweisen f\u00fcr den Einsatz selbstgebastelter Hellfire-Bombengeschosse durch die Jihadisten).)<\/p>\n<p>Sprengkraft und Splitterwirkung solcher einfachen Bomben sind wesentlich geringer als die von Sprengk\u00f6rpern konventioneller Bauart aus westlichen oder russischen R\u00fcstungsschmieden, ganz zu schweigen von den Hightech-Bomben und Raketen, die NATO-Staaten aus ihren Kampfflugzeugen und Drohnen werfen oder abwerfen. Bei diesen wurden Sprengstoffart, Form, und Splittermantel aufwendig optimiert, damit ihre feinen rasierklingenscharfen Schrapnells noch auf Dutzende Meter Entfernung t\u00f6dlich sind. Werden tats\u00e4chlich einfache F\u00e4sser oder \u00e4hnliches als Beh\u00e4lter verwendet, verpufft hingegen ein guter Teil des Sprengstoffs schon durch die geringe D\u00e4mmung. Technisch weniger ausgekl\u00fcgelte Bomben kommen zudem aufgrund der simpleren, ungenauen Z\u00fcndvorrichtungen h\u00e4ufig gar nicht zur Explosion.<\/p>\n<p>Nachdem das M\u00e4dchen Bana mit ihren dschihadistischen Eltern aus Syrien in die T\u00fcrkei geflohen war,-trat Hollywood auf den Plan. An der Seite von Linsay Lohan, (bekannt nicht nur aus Film und Fernsehen, sondern auch von Alkohol, Koks und Knast),\u00a0 pr\u00e4sentiert von Gastgeber Erdogan in seinem\u00a0 Pr\u00e4sidentenpalast. Filmreif eben.<\/p>\n<p>Eine besonders peinliche F\u00e4lschung stammt von der Propagandatruppe \u201eWei\u00dfhelme\u201c, die in unseren Medien als \u201chumanit\u00e4re Organisation\u201c gelten: Links ein Bild, nicht aus Syrien, und vom April 2013, das als Bild vom August 2015b pr\u00e4sentiert wird:<\/p>\n<p>Die Gesandtschaft Frankreichs bei der UNO f\u00e4lschte 2016 ein Bild, das angeblich einen solchen Fassbombenangriff auf angeblich zwei Krankenh\u00e4user zeigen soll. Sie pr\u00e4sentierten eine Aufnahme aus Gaza (Pal\u00e4stina) aus dem Jahre 2014 nach einem israelischen Luftangriff und gaben sie als aktuelle Zerst\u00f6rung im syrischen Aleppo im Jahre 2016 aus.<\/p>\n<p>Die Reihe der Beispiele k\u00f6nnte beliebig lange fortgesetzt werden.<\/p>\n<p>Wir erinnern an die Feststellung im Dokument unseres Verbandstages 2009:<\/p>\n<p><strong>\u201eDer Deutsche Freidenker-Verband als Weltanschauungsgemeinschaft und Kulturorganisation betrachtet Aufkl\u00e4rung als die Hauptaufgabe seiner weltanschaulichen T\u00e4tigkeit.\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Dabei behandeln wir nicht nur schlechte Scherze der Religionen oder die Missetaten des g\u00f6ttlichen Personals auf Erden. In der Tradition der historischen Aufkl\u00e4rung:<\/p>\n<p>\u201eOberstes Ziel der Aufkl\u00e4rung war die Durchsetzung der Vernunft im geistigen und wissenschaftlichen Leben, und nicht zuletzt in allen Bereichen von Gesellschaft, Staat und Politik.\u201c<\/p>\n<p>An erster Stelle steht die Bannung jedweder Kriegsgefahr: \u201eWir unterst\u00fctzen die Aktionen der Antikriegs- und Friedensbewegung, den Widerstand gegen Kriege und die Entlarvung der Kriegspropaganda. Freidenker fordern radikale Abr\u00fcstung und ein Nein zur NATO durch Austritt aus dem atlantischen Kriegsb\u00fcndnis. Wir fordern insbesondere, den NATO-Aufmarsch an Russlands Grenzen zu stoppen, einen Krieg mit Russland zu verhindern.<\/p>\n<p>Freies Denken setzt m\u00fcndige B\u00fcrger voraus, die freien, unzensierten Zugang zu allen verf\u00fcgbaren Informationen haben. Die Kampagnen gegen \u201eFake News\u201c sollen die Medienkonsumenten auf die Medien der Eliten einschw\u00f6ren, der Bewusstseinsindustrie der Herrschenden ausliefern. Die Kampagnen gegen \u201eFake News\u201c sollen zugleich die eigenen Desinformationen verbergen bzw. als glaubw\u00fcrdig verkaufen. Wir sehen unsere Aufgabe darin, alle Nebelvorh\u00e4nge zu zerrei\u00dfen, Licht ins Dunkel zu bringen, den kirchlichen wie weltlichen Dunkelm\u00e4nnern und -frauen das Handwerk zu legen, den Menschen Lust darauf zu machen, \u201ees wissen zu wollen\u201c.<\/p>\n<p>Wir setzen auf die verantwortliche Nutzung aller zug\u00e4nglichen Informationsquellen einschlie\u00dflich alternativer Medien. Dabei \u00fcbersehen wir nicht die Gefahren, dass auch das Streben nach wahrhaftiger Information von verschiedenen Anbietern missbraucht werden kann, die dazu Inhalte esoterischen, rassistischen und faschistischen Inhalts in die Kan\u00e4le sp\u00fclen. Damit soll die ehrliche Suche einer wachsenden Zahl von Menschen kontaminiert und ad Absurdum gef\u00fchrt werden. Sie wird aber nicht aufzuhalten sein.<\/p>\n<p>Erziehung zu Medienkompetenz zielt auf intellektuelle Selbstverteidigung, und Freidenker bestehen darauf: Zum Denken mit dem eigenen Kopf gibt es keine Alternative.<\/p>\n<p>*Beitrag zum Kolloquium der Weltunion der Freidenker am 2. September 2017 in K\u00f6ln<br \/>\n\u201eFake News \u2013 Eine Herausforderung der Verteidigung des freien Denken\u201c<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sorry, this entry is only available in Deutsch.Von Klaus Hartmann* Das englische Wort Fake News ist vor gut einem Jahr in Mode gekommen und bezeichnet etwas, f\u00fcr das wir schon vorher ziemlich exakte Begriffe hatten: Falschmeldungen und Desinformation. 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