{"id":896,"date":"2018-07-21T15:59:55","date_gmt":"2018-07-21T13:59:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.libres-penseurs.net\/?p=896"},"modified":"2018-08-22T13:33:41","modified_gmt":"2018-08-22T11:33:41","slug":"nicht-das-individuum-negieren-sondern-seine-rolle-und-bedeutung-im-licht-des-marxismus-begreifen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.libres-penseurs.net\/en\/nicht-das-individuum-negieren-sondern-seine-rolle-und-bedeutung-im-licht-des-marxismus-begreifen\/","title":{"rendered":"Nicht das Individuum negieren, sondern seine Rolle und Bedeutung im Licht des Marxismus begreifen"},"content":{"rendered":"<p class=\"qtranxs-available-languages-message qtranxs-available-languages-message-en\">Sorry, this entry is only available in <a href=\"https:\/\/www.libres-penseurs.net\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/896\" class=\"qtranxs-available-language-link qtranxs-available-language-link-de\" title=\"Deutsch\">Deutsch<\/a> and <a href=\"https:\/\/www.libres-penseurs.net\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/896\" class=\"qtranxs-available-language-link qtranxs-available-language-link-fr\" title=\"Fran\u00e7ais\">Fran\u00e7ais<\/a>.<\/p><p><strong><em>Klaus Hartmann<a title=\"Beitrag zum Thema \u00abFreies Denken und die Emanzipation der Pers\u00f6nlichkeit\u00bb, Kongress in Basel 2018\" href=\"#wo\">*<\/a><\/em><\/strong><\/p>\n<p>Der Freidenker-Verbandstag im Juni 2016 in Potsdam hat den Verbandsvorstand beauftragt, \u00bbeine \u00f6ffentliche Diskussion mit dem Leitgedanken \u201aWie wollen wir leben\u2018 anzuregen. Bevor wir diskutieren k\u00f6nnen, wie wir leben wollen, stellt sich die Frage nach dem \u00bbwir\u00ab \u2013 wer ist das? Damit ist die Frage nach dem Menschen aufgeworfen, nach unserem Menschenbild, und insbesondere nach dem Verh\u00e4ltnis von Individuum und Gesellschaft. Das sind wichtige Kriterien der von Freidenkern propagierten Zielsetzung eines realen Humanismus. Unsere Berliner Erkl\u00e4rung gibt dazu als Ziel an: \u00bbDas Grundprinzip einer menschenw\u00fcrdigen Gesellschaft muss die volle und freie Entfaltung des Individuums sein.\u00ab<\/p>\n<p><!--more Weiterlesen--><\/p>\n<p>Immanuel Kant hat die Frage \u00bbWas ist der Mensch?\u00ab formuliert \u2013 aber nicht definitiv beantwortet. Der Deutsche Freidenker-Verband hat seine historischen Wurzeln auch in der Arbeiterbewegung, z\u00e4hlt zu seinem geistigen Erbe auch den Marxismus. Vor wenigen Wochen, am 5.\u00a0Mai, feierten wir den 200.\u00a0Geburtstag von Karl Marx, des gro\u00dfen Wissenschaftlers, Revolution\u00e4rs und Theoretikers der Arbeiterbewegung. Wir taten das mit einer wissenschaftlichen Konferenz \u00fcber \u00bbIndividuum und Gesellschaft\u00ab.<\/p>\n<p>Wir wollten untersuchen, was uns Marx heute zu diesen Fragen zu sagen hat, und ob der Marxismus daf\u00fcr ein brauchbares Instrumentarium zur Verf\u00fcgung stellt.<\/p>\n<p>Die Losung vom Individualismus begegnet heute verbreiteter Skepsis, seit sie durch die \u00bbneoliberal\u00ab genannten Marktradikalen als Inbegriff von Freiheit gepriesen wird. Aber sind Anh\u00e4nger von Karl Marx nicht entschiedene Gegner des Individuums und Verfechter einer Diktatur des Kollektivismus? Manche fragen: Darf ein Marxist etwa nur in Begriffen von Masse denken, muss der Einzelne negiert werden. Gibt es nicht die Tendenz, den einzelnen Menschen und das Kollektiv als etwas Getrenntes, wenn nicht gar als Gegensatz aufzufassen?<\/p>\n<p>Bekanntlich schreibt Marx zur Frage des \u00bbmenschlichen Wesens\u00ab in der 6.\u00a0Feuerbach-These: \u00bbFeuerbach l\u00f6st das religi\u00f6se Wesen in das menschliche Wesen auf. Aber das menschliche Wesen ist kein dem einzelnen Individuum innewohnendes Abstraktum. In seiner Wirklichkeit ist es das Ensemble der gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnisse\u00ab.<a href=\"#footnote1\"><sup>1<\/sup><\/a><a id=\"footnote1back\"><\/a><\/p>\n<p>Und im Kommunistischen Manifest lesen wie die bemerkenswerte Feststellung: \u00bbAn die Stelle der alten b\u00fcrgerlichen Gesellschaft mit ihren Klassen und Klassengegens\u00e4tzen tritt eine Assoziation, worin die freie Entwicklung eines jeden die Bedingung f\u00fcr die freie Entwicklung aller ist\u00ab.<a href=\"#footnote2\"><sup>2<\/sup><\/a><a id=\"footnote2back\"><\/a><\/p>\n<p>Wie wurden solche Aussagen in der folgenden marxistischen Forschung beachtet, interpretiert und weiterentwickelt?<\/p>\n<p>In der DDR wurde ma\u00dfgeblich von Herbert H\u00f6rz ein Menschenbild entwickelt, nach dem der Mensch einerseits Naturwesen ist, alsdann ein psychologisches Wesen und schlie\u00dflich ein gesellschaftliches Wesen. Dieses Konzept beschrieb den Menschen als bio-psycho-soziale Einheit.<br \/>\nEin weiterer Wissenschaftler aus der DDR, der heute Mitglied des Freidenker-Beirats ist, <em>Erich Hahn<\/em>, h\u00e4lt die Frage f\u00fcr entscheidend: \u00bbBestimmt der Mensch seine Umwelt oder umgekehrt?\u00ab<a href=\"#footnote3\"><sup>3<\/sup><\/a><a id=\"footnote3back\"><\/a><\/p>\n<p>Bei vielen Forschern sieht er \u00bbeine spezifische soziologische Form des Idealismus\u00ab<a href=\"#footnote4\"><sup>4<\/sup><\/a><a id=\"footnote4back\"><\/a>, denn \u00bballe sehen die wesentlichen Bestimmungsgr\u00fcnde des Menschen in ideellen Faktoren\u00ab. F\u00fcr sie sei \u00bbcharakteristisch, dass sie Individuum und Gesellschaft als urspr\u00fcnglich voneinander getrennte Bereiche oder Gr\u00f6\u00dfen ansehen\u00ab. Der wirkliche Bestimmungsgrund des gesellschaftlichen Bewusstseins, \u00bbdie materiellen gesellschaftlichen Beziehungen, bleiben der Analyse verschlossen.\u00ab<a href=\"#footnote5\"><sup>5<\/sup><\/a><a id=\"footnote5back\"><\/a><\/p>\n<p>Hahn stellt die These auf \u00bbDie Produktionst\u00e4tigkeit sei die urspr\u00fcnglichste T\u00e4tigkeit, weil sie die Qualit\u00e4t des gesellschaftlichen Zustandes als Ganzes bestimmt\u00ab, und zitiert zum Beleg Marx: \u00bbDie Gesellschaft besteht nicht aus Individuen, sondern dr\u00fcckt die Summe der Beziehungen, Verh\u00e4ltnisse aus, worin diese Individuen zueinander stehn\u00ab.<a href=\"#footnote6\"><sup>6<\/sup><\/a><a id=\"footnote6back\"><\/a><\/p>\n<p>\u00bbDie Produktionsverh\u00e4ltnisse in ihrer Gesamtheit bilden das, was man die gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnisse, die Gesellschaft nennt, und zwar eine Gesellschaft auf bestimmter, geschichtlicher Entwicklungsstufe, eine Gesellschaft mit eigent\u00fcmlichem, unterscheidendem Charakter.\u00ab<a href=\"#footnote7\"><sup>7<\/sup><\/a><a id=\"footnote7back\"><\/a><\/p>\n<p>Hahn: \u00bbAlle \u00fcbrigen, nicht\u00f6konomischen gesellschaftlichen Beziehungen sind diesen materiellen gegen\u00fcber abgeleiteter, sekund\u00e4rer Natur, ein Reflex entsprechend der Mannigfaltigkeit der bewussten menschlichen Lebenst\u00e4tigkeit. Das Ganze der gesellschaftlichen Beziehungen von der \u00d6konomie bis zur Religion ist verbunden durch eine inhaltliche, qualitativ determinierte Abh\u00e4ngigkeit, die ihren Ausgangspunkt von den materiellen Beziehungen nimmt. Das ist der Grundgedanke des historischen Materialismus. In dieser Hinsicht ist die materialistische Geschichtsauffassung eine monistische Konzeption.\u00ab<a href=\"#footnote8\"><sup>8<\/sup><\/a><a id=\"footnote8back\"><\/a><\/p>\n<p>Hahns Fazit: \u00bbDie urspr\u00fcngliche Realit\u00e4t (der) Einheit von Individuum und Gesellschaft ist die gesellschaftliche Produktion der Individuen. Diese Art und Weise der materiellen gesellschaftlichen Produktion pr\u00e4gt grundlegend den jeweiligen gesellschaftlichen Zustand und insofern das gesellschaftliche Wesen der menschlichen Pers\u00f6nlichkeit unter diesen Bedingungen. Sie macht die entscheidende, konkrete, empirisch feststellbare Qualit\u00e4t des Menschen als eines gesellschaftlichen Wesens aus.\u00ab<a href=\"#footnote9\"><sup>9<\/sup><\/a><a id=\"footnote9back\"><\/a><\/p>\n<p>\u00bbSo wie der Stoffwechselprozess zwischen Mensch und Natur die unabdingbare Eigenart der Arbeit aufweist, also die zweckm\u00e4\u00dfige Erzeugung von Gebrauchswerten mit Hilfe von Werkzeugen und Produktionsmitteln, so vollzieht sich die historische phylogenetische Entwicklung der Menschheit \u00fcber die Objektivierung und Vergegenst\u00e4ndlichung in den Produkten seiner Arbeit\u00ab.<a href=\"#footnote10\"><sup>10<\/sup><\/a><a id=\"footnote10back\"><\/a> \u00bb(\u2026) In der Geschichte der Industrie vergegenst\u00e4ndlichen sich die menschlichen Wesenskr\u00e4fte, Erfahrungen, F\u00e4higkeiten, M\u00f6glichkeiten der jeweiligen Entwicklungsstufe. \u00dcber die Vergegenst\u00e4ndlichung aber vollzieht sich gerade ihre \u00dcbermittlung an die auf diese Entwicklungsstufe folgende Generation, vollzieht sich ein Tradierungsprozess\u00ab.<a href=\"#footnote11\"><sup>11<\/sup><\/a><a id=\"footnote11back\"><\/a><\/p>\n<p class=\"kompress\">Doch dieser Verweis auf das Individuum als gesellschaftliches Wesen vermittels des Produktionsprozesses bedeutet keine Reduktion, keine Negierung des Individuellen. Der sowjetische Philosoph I.S. Kon (1928\u20132011) gibt in der Philosophischen Enzyklop\u00e4die die folgende Definition:<\/p>\n<ul>\n<li>Der Begriff <i>menschliches Individuum<\/i> kennzeichnet lediglich die Zugeh\u00f6rigkeit zur menschlichen Gattung und beinhaltet keine konkrete soziale oder psychologische Charakteristik.<\/li>\n<li>Der Begriff <i>Individualit\u00e4t<\/i>, der in der Psychologie eine Rolle spielt, bezeichnet die Gesamtheit der ererbten und im Prozess der Ontogenese erworbenen physischen und psychologischen Besonderheiten, die ein gegebenes Individuum von allen \u00fcbrigen unterscheiden.<\/li>\n<li>Der Begriff <i>Pers\u00f6nlichkeit<\/i> bezeichnet den ganzen Menschen als Einheit seiner individuellen F\u00e4higkeiten und der von ihm erf\u00fcllten sozialen Funktionen (Rollen).<a href=\"#footnote12\"><sup>12<\/sup><\/a><a id=\"footnote12back\"><\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Zwischen Individuum und Gesellschaft besteht eine dialektische Beziehung: die soziale Individualit\u00e4t, die Pers\u00f6nlichkeit konstituiert sich nicht au\u00dferhalb des gesellschaftlichen Wesens, welches f\u00fcr die gegebene \u00f6konomische Gesellschaftsformation charakteristisch ist, sondern die Pers\u00f6nlichkeit ist eine Besonderung und Individualisierung dieses gesellschaftlichen Wesens.<a href=\"#footnote13\"><sup>13<\/sup><\/a><a id=\"footnote13back\"><\/a><\/p>\n<p>Dem DDR-Wissenschaftler <em>Alfred Kurella<\/em> (1895\u20131975) folgend erreichte der Humanismus am Ende des 18. und zu Anfang des 19.\u00a0Jahrhunderts seine h\u00f6chste Bl\u00fcte bei Hegel und Feuerbach, w\u00e4hrend mit der zweiten H\u00e4lfte des 19.\u00a0Jahrhunderts eine fortschreitende Zersetzung begann.<a href=\"#footnote14\"><sup>14<\/sup><\/a><a id=\"footnote14back\"><\/a><\/p>\n<p>Diese \u00bbh\u00f6chste Bl\u00fcte\u00ab sieht Kurella: \u00bbAusgangspunkt f\u00fcr die ganze Konzeption dieses neuen Menschenbildes (\u2026), war die geniale philosophische Zusammenfassung des gesamten b\u00fcrgerlichen Humanismus im Werke Hegels, (\u2026) seine Herausarbeitung eines Begriffs der Wirklichkeit, der der Geschichte der Natur und der Geschichte der menschlichen Gesellschaft einen notwendigen inneren Zusammenhang gab, anders gesagt: die Auffassung der konkreten Wirklichkeit als eines sich nach den erkennbaren Gesetzen der Dialektik aus sich selbst heraus bewegenden Prozesses\u00ab.<a href=\"#footnote15\"><sup>15<\/sup><\/a><a id=\"footnote15back\"><\/a><\/p>\n<p>Einen Schl\u00fcsselbegriff sieht er in der \u00bbSelbstentfremdung\u00ab bei Hegel, wenn auch in der Form, dass die Selbstentfaltung des objektiven Geistes neues gebiert, das dem Geist als Fremdes gegen\u00fcbertritt.<\/p>\n<p>\u00bbDieser Begriff der Entfremdung wurde insbesondere von Feuerbach aufgenommen\u00ab und \u00bbgab ihm so den Schl\u00fcssel zu seiner Religionskritik, deren Ergebnis die Feststellung war, da\u00df nicht Gott den Menschen, sondern die Menschen Gott und die G\u00f6tter geschaffen haben. (\u2026) Feuerbach erkannte die Selbstentfremdung des Menschen in der Religion, die Erfindung von fremden, nicht-menschlichen Wesen, die dem Menschen gegen\u00fcbergestellt wurden, als einen gesetzm\u00e4\u00dfigen und notwendigen Akt im fortschreitenden Proze\u00df der Selbsterkenntnis des Menschen.\u00ab<\/p>\n<p>Feuerbachs Schw\u00e4che habe Marx darin gesehen, \u00bbdie \u00bbSelbstentfremdung\u00ab auf die Religion, auf eine rein phantastische Produktion des menschlichen Geistes zu beschr\u00e4nken, w\u00e4hrend das \u00bbGattungswesen\u00ab des Menschen als etwas Ewiges, der menschlichen Gattung unver\u00e4ndert Zugeh\u00f6riges und nicht als etwas Werdendes, als Produkt der menschlichen T\u00e4tigkeit selbst bestimmt wurde.\u00ab<a href=\"#footnote17\"><sup>16<\/sup><\/a><a id=\"footnote17back\"><\/a><\/p>\n<p>Marx, so Kurella, entwickelt den von Feuerbach materialistisch gefassten Begriffs der \u00bbEntfremdung\u00ab weiter, an Stelle der Religion setzt er die produktive Arbeit als wesentliche \u00bbSelbstent\u00e4u\u00dferung\u00ab des Menschen.<a href=\"#footnote18\"><sup>1<\/sup><\/a><a id=\"footnote18back\"><\/a> Das Wesen des Menschen ist das Resultat eines historischen Prozesses der produktiven Arbeit des Menschen.<a href=\"#footnote17\"><sup>17<\/sup><\/a><a id=\"footnote16back\"><\/a><\/p>\n<p>Doch w\u00e4hrend die Arbeit und das Privateigentum zum Prinzip der b\u00fcrgerlichen \u00d6konomie erhoben wurde, vollzog sie \u00bbdie konsequente Durchf\u00fchrung der Verleugnung des Menschen\u00ab. Mit der h\u00f6heren \u00bbVerwertung der Sachenwelt nimmt die Entwertung der Menschenwelt in direktem Verh\u00e4ltnis zu\u00ab.<a href=\"#footnote19\"><sup>19<\/sup><\/a><a id=\"footnote19back\"><\/a><\/p>\n<p>Kurella zur \u00bbentmenschenden Wirkung der kapitalistischen Produktionsweise auf den arbeitenden Menschen\u00ab: \u00bbDadurch, dass die Wiederaneignung der Produkte der Arbeit an den Besitz von Geld gebunden ist, wird der arbeitende Mensch vollends von seinem in die Produkte seiner Arbeit hineingelegten menschlichen Wesen getrennt.\u00ab \u00bbWenn das Produkt der Arbeit mir fremd ist\u00ab, fragte Marx, \u00bbmir als fremde Macht gegen\u00fcbertritt, wem geh\u00f6rt es dann? Wenn meine eigne T\u00e4tigkeit nicht mir geh\u00f6rt, eine fremde, eine erzwungene T\u00e4tigkeit ist, wem geh\u00f6rt sie dann? Einem andern Wesen als mir. Wer ist dieses Wesen?\u00ab<a href=\"#footnote20\"><sup>20<\/sup><\/a><a id=\"footnote20back\"><\/a><\/p>\n<p>Doch die Entfremdung ausschlie\u00dflich negativ zu lesen, w\u00e4re ein Kurzschluss, der uns den Zugang zum Verst\u00e4ndnis unseres Themas verschl\u00f6sse: Marx \u00bbfasste die Ent\u00e4u\u00dferung, Entfremdung, Vergegenst\u00e4ndlichung der menschlichen Wesenskr\u00e4fte in der vom Menschen geschaffenen k\u00fcnstlichen Umwelt als eine notwendige Form der Entstehung und Entfaltung der Menschheit auf\u00ab, als st\u00e4ndigen, unendlichen Vorgang, der \u00bbeine st\u00e4ndige notwendige Bedingung der Selbstentwicklung des Menschen\u00ab darstellt.<\/p>\n<p>\u00bbMit dieser Definition des menschlichen Wesens, an deren Anfang eine neue, umw\u00e4lzende Erkenntnis vom Wesen und von der Bedeutung der produktiven Arbeit steht, sind die Umrisse des Bildes vom vollkommenen, ganzen, freien, t\u00e4tigen, vom menschlichen Menschen gegeben. Sie enth\u00e4lt ein ganzes Programm f\u00fcr das Studium des menschlichen Wesens, das \u00fcberhaupt erst noch zu beginnen ist.\u00ab<a href=\"#footnote21\"><sup>21<\/sup><\/a><a id=\"footnote21back\"><\/a><\/p>\n<p>W\u00e4hrend das Privateigentum f\u00fcr menschliche Selbstentfremdung steht, steht der Kommunismus f\u00fcr die positive Aufhebung des Privateigentums. Und damit f\u00fcr die wirkliche Aneignung des menschlichen Wesens durch und f\u00fcr den Menschen. Deshalb bezeichnet ihn Marx als \u00bbdas aufgel\u00f6ste R\u00e4tsel der Geschichte und wei\u00df sich als diese L\u00f6sung.\u00ab<a href=\"#footnote22\"><sup>22<\/sup><\/a><a id=\"footnote22back\"><\/a><\/p>\n<p>Der franz\u00f6sische Philosoph Lucien S\u00e8ve hat in seinem international beachteten Werk \u00bbMarxisme et th\u00e9orie de la personnalit\u00e9\u00ab (Marxismus und Theorie der Pers\u00f6nlichkeit) eine \u00bbRevolution der Anthropologie\u00ab durch den Marxismus konstatiert: n\u00e4mlich der Entdeckung einer \u00bbau\u00dferordentlichen Neuigkeit in der Evolution der Lebewesen: dass das Genom seine Rolle als Ausl\u00f6ser der F\u00e4higkeiten der Spezies abgibt an eine externe Wirklichkeit\u00ab.<a href=\"#footnote23\"><sup>23<\/sup><\/a><a id=\"footnote23back\"><\/a><\/p>\n<p>Der Mensch werde \u00bbbiologisch als Exemplar von Homo sapiens sapiens geboren\u00ab, aber \u2026 \u00bbsein Menschsein liegt doch fast ganz au\u00dferhalb seines Organismus: er muss es sich erst aneignen.\u00ab Dies erkl\u00e4re der Marxismus mit dem Konzept von \u00bbVergegenst\u00e4ndlichung und Aneignung\u00ab.<\/p>\n<p>\u00bbDas Menschenjunge muss sich nicht nur durch die Ausbildung der mitgegebenen F\u00e4higkeiten komplettieren, wie jedes Tier auch, nicht nur sich anpassen an seine Artgenossen, wie teilweise die Gro\u00dfaffen, es muss erst noch im eigentlichen Sinn Mensch werden, indem es ausgehend von der Welt der Menschen jene psychischen Funktionen aufbaut, die der Begriff beinhaltet. [104] Ein Individuum der menschlichen Spezies, das sich au\u00dferhalb der menschlichen Welt entwickeln w\u00fcrde, h\u00e4tte trotz seines gro\u00dfen Gehirns und seiner [105] psychischen Fr\u00fchreife nichts anderes zu lernen als irgendein anderes h\u00f6heres Wirbeltier.\u00ab<a href=\"#footnote24\"><sup>24<\/sup><\/a><a id=\"footnote24back\"><\/a><\/p>\n<p>Die Marxsche Feststellung \u00bbDie soziale Geschichte der Menschen ist stets nur die Geschichte ihrer individuellen Entwicklung\u00ab ist S\u00e8ve zufolge nicht auf eine Tierart anzuwenden:<br \/>\n\u00bbZum einen weil keine Tierart eine soziale Geschichte hat; wenn man darunter den kumulativ wirkenden Transformationsprozess versteht, den die kollektive Aktivit\u00e4t der Individuen von Generation zu Generation in das Leben der Gruppe einf\u00fchrt und der von Grund auf verschieden ist von der biologischen Evolution, durch die sich auf unvergleichlich viel langsamere und beschr\u00e4nktere Weise der tierische Organismus und das Verhaltensrepertoire der untersuchten Population ver\u00e4ndert: es gibt keine Sozialgeschichte der Ameisenhaufen.<br \/>\nZum anderen weil es, was damit zusammenh\u00e4ngt, auch in keiner Tierart eine Geschichte der individuellen Entwicklung gibt; genauer gesagt: die zugleich genetisch regulierte und durch den Kontext modulierte Art und Weise, wie sich das Verhalten des Individuums im Laufe seines Lebens entwickelt, \u00fcbernimmt in der Abfolge der Generationen nicht selbst kumulativ die Funktion einer Sozialgeschichte der Art. Diese ist nicht vorhanden. Die Bienen, \u00fcber die Vergil im vierten Gesang der Georgica spricht, sind nacheinander F\u00fctterungsbiene, Baubiene, Sammelbiene, genau so wie die, welche von Frisch zweitausend Jahre sp\u00e4ter beobachtet.<\/p>\n<p>Was im Gegensatz dazu in dieser Hinsicht die entwickelte menschliche Gattung charakterisiert, ist das unaufh\u00f6rliche und unersch\u00f6pfliche Auftauchen von neuen individuellen physischen und psychischen F\u00e4higkeiten, neuen Formen und Motiven der kollektiven Aktivit\u00e4t. W\u00e4hrend der gleichen zwei Jahrtausende hat sich die Liste dessen, was die Menschen leisten k\u00f6nnen, unglaublich erweitert: Vulkanausbr\u00fcche verstehen und nicht mehr l\u00e4nger den Zorn der G\u00f6tter f\u00fcrchten, Differenzialgleichungen l\u00f6sen, ein Werkst\u00fcck aufbohren mit einer Pr\u00e4zision von einem Mikrometer, am offenen Herzen operieren, Millionen Menschen ins Krematorium schicken, im Zustand der Schwerelosigkeit experimentieren, einen Streik organisieren, ein Schaf klonen, Massen von Lohnempf\u00e4ngern zur Arbeitslosigkeit verdammen, um die Profitrate zu erh\u00f6hen, sechs Meter beim Stabhochsprung \u00fcberspringen, eine falsche Note der zweiten Violine eines Orchesters heraush\u00f6ren, eine Bestellung im Internet aufgeben, sich entschlie\u00dfen das Geschlecht zu wechseln \u2026 eine ins Unendliche erweiterbare Aufz\u00e4hlung. Das Menschsein der Menschen lie\u00dfe sich sogar definieren durch die Unm\u00f6glichkeit, es in einer Definition zu erfassen.<a href=\"#footnote25\"><sup>25<\/sup><\/a><a id=\"footnote25back\"><\/a><\/p>\n<p>Was also dringend nach einer Erkl\u00e4rung verlangt, ist, dass dieses in mancherlei Hinsicht exponentielle Aufbl\u00fchen der psychischen Aktivit\u00e4ten und F\u00e4higkeiten unter im Gro\u00dfen und Ganzen unver\u00e4nderten genetischen Voraussetzungen erfolgen konnte, wenn als gegeben anzusehen ist, dass nicht von gr\u00f6\u00dferen Ver\u00e4nderungen in diesem Bereich gesprochen werden kann in einem Zeitabschnitt, der sich nicht wie die markanten biologischen Evolutionen nach Millionen Jahren bemisst, sondern in Jahrhunderten, das hei\u00dft in um den Faktor Tausend kleineren Einheiten. Hier haben wir ein bedeutsames R\u00e4tsel vor uns, das bisher weder durch genetische Herangehensweise noch durch die Lehre von angeborenen psychischen F\u00e4higkeiten gekl\u00e4rt werden konnte.<\/p>\n<p>Kann sich irgendjemand angesichts derartig neuer F\u00e4higkeiten, wie wir sie oben an Beispielen benannt haben \u2013 nennen wir nur eine davon: die heutigen Formen der mathematischen Intelligenz \u2013 vorstellen, dass diese h\u00e4tten entstehen k\u00f6nnen als mindestens zum Teil vererbbare F\u00e4higkeiten, aus einer auf mysteri\u00f6se Weise zielgerichteten Selektion von zuf\u00e4llig erfolgten genetischen Mutationen, wobei sich dieser verbl\u00fcffende Vorgang noch dazu innerhalb weniger dutzend Generationen vollzogen haben m\u00fcsste? Die Sache klar zu formulieren gen\u00fcgt bereits, um ihren absurden Charakter zu verdeutlichen. Es existiert also, seltsamerweise von vielen stillschweigend akzeptiert und dennoch ganz au\u00dfergew\u00f6hnlich, wenn man genauer hinschaut, ein fundamentaler Erkl\u00e4rungsnotstand gegen\u00fcber dieser ins Auge fallenden, massiven, unausweichlichen Gegebenheit: der beeindruckenden Entwicklung der psychischen F\u00e4higkeiten der Menschen im Verlauf der letzten Jahrtausende.<\/p>\n<p>Dass die F\u00e4higkeiten der Individuen sich derart entwickeln konnten wie sie es im Verlauf der letzten Jahrtausende getan haben und wie sie es auch in Zukunft ohne von vorneherein festgelegte Grenze und mit st\u00e4ndig zunehmender Geschwindigkeit tun werden, w\u00e4hrend nach allem, was man wei\u00df, das menschliche Gehirn als genetisch definiertes biologisches Organ sich seit der Steinzeit nicht mehr weiter entwickelt hat \u2013 wie ist das m\u00f6glich?<a href=\"#footnote26\"><sup>1<\/sup><\/a><a id=\"footnote26back\"><\/a><\/p>\n<p>Die von Marx vorgebrachte v\u00f6llig neue Antwort auf diese Frage ist, dass die menschlichen F\u00e4higkeiten nicht nur als subjektive Aktivit\u00e4ten der Individuen, sondern auch in objektivierter \u2013 oder genauer: vergegenst\u00e4ndlichter \u2013 Form von \u00bbProduktivkr\u00e4ften\u00ab existieren; Arbeitsger\u00e4ten und Maschinerien, wo sich handwerkliches K\u00f6nnen, wissenschaftliche Kenntnisse und technologische Prozeduren vereinigen, wo intellektuelle Vorgehensweisen Gestalt annehmen; ein au\u00dfer-organischer Vorrat in lebhaftem geschichtlichem Wachstum, durch dessen stets singul\u00e4re individuelle Aneignung sich in jeder Generation die pers\u00f6nlichen F\u00e4higkeiten ausformen. In dieser st\u00e4ndigen historischen Dialektik von Objek\u00adti\u00advierung\/\u00adSub\u00adjek\u00adti\u00advierung liegt wohl das Geheimnis der grenzenlosen Entwicklung der menschlichen M\u00f6glichkeiten bei gleichzeitig unver\u00e4ndertem neuronalem Potential der Individuen. Eine Sichtweise, die in den \u00bbGrundrissen\u00ab wieder aufgenommen und pr\u00e4zisiert wird: \u00bbdas eine Moment der gesellschaftlichen T\u00e4tigkeit, die gegenst\u00e4ndliche Arbeit, [wird] zum immer gewaltigern Leib des andren Moments, der subjektiven, lebendigen Arbeit\u00ab.<a href=\"#footnote27\"><sup>27<\/sup><\/a><a id=\"footnote27back\"><\/a><\/p>\n<p>Aber im Kapitalismus \u00bberlangen diese angeh\u00e4uften Bedingungen der gesellschaftlichen Aktivit\u00e4t eine immer gigantischer werdende Autonomie\u00ab und stellen sich der Arbeit gegen\u00fcber \u00bbals immer st\u00e4rker werdende fremde und beherrschende Macht\u00ab dar: die Objektivierung ist zugleich Entfremdung.<a href=\"#footnote28\"><sup>28<\/sup><\/a><a id=\"footnote28back\"><\/a><\/p>\n<p>Die Rede von \u00bbder Mensch\u00ab versetze \u00bbein nur in (der) Einbildung existierendes menschliches Wesen nach au\u00dferhalb der historisch-gesellschaftlichen Realit\u00e4t\u00ab, ein solches Patent-Wesen f\u00fcr jede Gelegenheit hat nie existiert und wird es nie geben:<br \/>\nder Mensch ist stets der Mensch einer historischen Epoche, einer gesellschaftlichen Formation, und in dieser Formation Angeh\u00f6riger einer ganz bestimmten sozialen Gruppe, etc., Festlegungen, welche den gr\u00f6\u00dften Ver\u00e4nderungen unterworfen sein k\u00f6nnen beim Wechsel von einer Epoche, Gesellschaft, Klasse, etc., zu einer anderen.<br \/>\nDer definitive Abschied vom Pseudo-Konzept \u00bbder Mensch\u00ab, das alle bisherigen Philosophen gefangen hielt: das ist der erste Akt der Marxschen anthropologischen Revolution.<\/p>\n<p>Was es zu verstehen gelte, so sagen uns die \u00bbTheorien \u00fcber den Mehrwert\u00ab, ist, dass \u00bbdiese Entwicklung der F\u00e4higkeiten der Gattung Mensch, obwohl sie sich zuerst auf Kosten der Mehrheit der Individuen und ganzer Klassen menschlicher Wesen vollzieht, dazu f\u00fchrt, dass dieser Antagonismus \u00fcberwunden wird und zusammenf\u00e4llt mit der Entwicklung des einzelnen Individuums, dass daher die H\u00f6herentwicklung der Individualit\u00e4t erkauft wird um den Preis eines historischen Prozesses in dem die Individuen geopfert werden \u2026\u00ab (\u00bbTheorien \u00fcber den Mehrwert\u00ab, MEW 26.2, 111)<\/p>\n<p>Eine Schlussfolgerung, die im Band III des \u00bbKapital\u00ab so formuliert wird: \u00bbEs ist in der Tat nur durch die ungeheuerste Verschwendung von individueller Entwicklung, dass die Entwicklung der Menschheit \u00fcberhaupt gesichert und durchgef\u00fchrt wird in der Geschichtsepoche, die der bewussten Rekonstitution der menschlichen Gesellschaft unmittelbar vorausgeht.\u00ab (\u00bbKapital\u00ab Band III, MEW 25, 99). Wir befinden uns hier an der Orientierungstafel, wo die anthropologische Perspektive des Marxschen Kommunismus in ihrer ganzen Breite erkennbar wird.<\/p>\n<p>Wenn S\u00e8ve schreibt, \u00bbdass ein Bourgeois, Anh\u00e4nger der Konkurrenz und des privaten Profits, in den Begrifflichkeiten des Individuums denkt, liegt in der Natur der Sache\u00ab, so ist das f\u00fcr uns Freidenker nicht Anlass, das Individuum zu negieren, sondern seine Rolle und Bedeutung im Licht des Marxismus zu begreifen und zu verfechten.<\/p>\n<p>Das Ziel, die schon zu lange w\u00e4hrende Vorgeschichte der Menschheit, das \u00bbM\u00e4rtyrologium\u00ab zu Ende zu bringen, braucht positive Gegenentw\u00fcrfe gegen die Verschwendung menschlicher Ressourcen, die sogenannte Konsum- bzw. Wegwerfgesellschaft und die ungeheure Verschwendung durch Hochr\u00fcstung und Kriege?<br \/>\nHier stellt sich in erster Linie die Aufgabe: den Mensch aus seiner Objekt-Rolle zu befreien und zum Subjekt seiner Verh\u00e4ltnisse, der Geschichte zu machen. Ihn hierzu zu bef\u00e4higen, dazu wollen wir mit den uns zu Gebote stehenden Mitteln der Aufkl\u00e4rung beitragen.<\/p>\n<p><em>Beitrag zum Thema \u00abFreies Denken und die Emanzipation der Pers\u00f6nlichkeit\u00bb, Kongress in Basel 2018<\/em><\/p>\n<div style=\"border-top:1px solid #000;padding-top:6px;font-size:12px;\">\n<p class=\"Fu_notentext\"><a id=\"footnote1\"><\/a><a href=\"#footnote1back\"><sup>1<\/sup><\/a> &#160;Karl Marx, Thesen &uuml;ber Feuerbach, 1845, MEW Bd. 3, <span\n class=\"tm17\">Seite 5ff. Dietz Verlag Berlin, 1969<\/span><\/p>\n<p class=\"Fu_notentext\"><a id=\"footnote2\"><\/a><a href=\"#footnote2back\"><sup>2<\/sup><\/a> &#160;Karl Marx \/ Friedrich Engels, Manifest der Kommunistischen Partei, London 1848, MEW Bd. 4, S. 459-493, <span\n class=\"tm18\">Dietz Verlag  Berlin (6. Auflage 1972, unver&auml;nderter Nachdruck der 1. Auflage 1959)<\/span><\/p>\n<p class=\"Fu_notentext\"><a id=\"footnote3\"><\/a><a href=\"#footnote3back\"><sup>3<\/sup><\/a> &#160;Erich Hahn, Soziale Wirklichkeit und soziologische Erkenntnis, Berlin 1965, S. 13<\/p>\n<p class=\"Fu_notentext\"><a id=\"footnote4\"><\/a><a href=\"#footnote4back\"><sup>4<\/sup><\/a> &#160;Hahn 1965, S. 145<\/p>\n<p class=\"Fu_notentext\"><a id=\"footnote5\"><\/a><a href=\"#footnote5back\"><sup>5<\/sup><\/a> &#160;Hahn 1965, S. 40<\/p>\n<p class=\"Fu_notentext\"><a id=\"footnote6\"><\/a><a href=\"#footnote6back\"><sup>6<\/sup><\/a> &#160;Karl Marx, Friedrich Engels, Grundrisse der Kritik der politischen &Ouml;konomie, Berlin 1953, S.176<\/p>\n<p class=\"Fu_notentext\"><a id=\"footnote7\"><\/a><a href=\"#footnote7back\"><sup>7<\/sup><\/a> &#160;Karl Marx, Friedrich Engels, Werke Bd. 6, Berlin 1959,, S. 408<\/p>\n<p class=\"Fu_notentext\"><a id=\"footnote8\"><\/a><a href=\"#footnote8back\"><sup>8<\/sup><\/a> &#160;Hahn 1965, S. 155<\/p>\n<p class=\"Fu_notentext\"><a id=\"footnote9\"><\/a><a href=\"#footnote9back\"><sup>9<\/sup><\/a> &#160;Hahn 1968, S. 117 <\/p>\n<p class=\"Fu_notentext\"><a id=\"footnote10\"><\/a><a href=\"#footnote10back\"><sup>10<\/sup><\/a> &#160;Hahn 1968, S. 122<\/p>\n<p class=\"Fu_notentext\"><a id=\"footnote11\"><\/a><a href=\"#footnote11back\"><sup>11<\/sup><\/a> &#160;H. Hiebsch \/ M. Vorwerg, Einf&uuml;hrung in die marxistische Sozialpsychologie, S. 58<\/p>\n<p class=\"Fu_notentext\"><a id=\"footnote12\"><\/a><a href=\"#footnote12back\"><sup>12<\/sup><\/a> &#160;Filosofskaja Enziklopedija, Moskau 1964, Bd. 3, S. 196<\/p>\n<p class=\"Fu_notentext\"><a id=\"footnote13\"><\/a><a href=\"#footnote13back\"><sup>13<\/sup><\/a> &#160;Hahn 1968, S. 130<\/p>\n<p class=\"Fu_notentext\"><a id=\"footnote14\"><\/a><a href=\"#footnote14back\"><sup>14<\/sup><\/a> &#160;Kurella a.a.O., S.62, aus &#8222;Der Mensch als Sch&ouml;pfer seiner selbst&#8220;, und zwar &#8222;Verfall und Triumph des Humanismus&#8220;<br \/>\n(1936), &#8222;Die kapitalistische Entfremdung und ihre sozialistische Aufhebung&#8220; (1937)<\/p>\n<p class=\"Fu_notentext\"><a id=\"footnote15\"><\/a><a href=\"#footnote15back\"><sup>15<\/sup><\/a> &#160;Kurella, S. 77<\/p>\n<p class=\"Fu_notentext\"><a id=\"footnote16\"><\/a><a href=\"#footnote16back\"><sup>16<\/sup><\/a> &#160;Kurella, S. 78<\/p>\n<p class=\"Flie_text_2_ tm26\"><span class=\"tm27\"><a id=\"footnote17\"><\/a><a href=\"#footnote17back\"><sup>17<\/sup><\/a> <\/span><strong>&#160;<\/strong><span\n class=\"tm27\">Karl Marx: &ouml;konomisch-philosophische Manuskripte aus dem Jahre 1844. In: MEW, Erg&auml;nzungsband, Erster Teil, S. 574.<\/span><\/p>\n<p class=\"Fu_notentext\"><a id=\"footnote18\"><\/a><a href=\"#footnote18back\"><sup>18<\/sup><\/a> &#160;ebenda, S. 531<\/p>\n<p class=\"Fu_notentext\"><a id=\"footnote19\"><\/a><a href=\"#footnote19back\"><sup>19<\/sup><\/a> &#160;ebenda, S. 511<\/p>\n<p class=\"Fu_notentext\"><a id=\"footnote20\"><\/a><a href=\"#footnote20back\"><sup>20<\/sup><\/a> &#160;ebenda, S. 518<\/p>\n<p class=\"Fu_notentext\"><a id=\"footnote21\"><\/a><a href=\"#footnote21back\"><sup>21<\/sup><\/a> &#160;Kurella, S. 92<\/p>\n<p class=\"Fu_notentext\"><a id=\"footnote22\"><\/a><a href=\"#footnote22back\"><sup>22<\/sup><\/a> &#160;Karl Marx: &ouml;konomisch-philosophische Manuskripte, S.536<\/p>\n<p class=\"Normal tm30\"><span class=\"Fu_notentext_Zchn\"><a id=\"footnote23\"><\/a><a href=\"#footnote23back\"><sup>23<\/sup><\/a> <\/span><span\n class=\"Fu_notentext_Zchn\">&#160;<\/span><span class=\"Fu_notentext_Zchn\">Lucien S&egrave;ve, &#8222;Penser avec Marx aujourd&#8217;hui&#8220;, (dt.: &laquo;Heute mit Marx denken&raquo;), Band II: &laquo;DER MENSCH&raquo;?,<br \/>\nParis La Dispute 2008<\/span><\/p>\n<p class=\"Fu_notentext\"><a id=\"footnote24\"><\/a><a href=\"#footnote24back\"><sup>24<\/sup><\/a> &#160;Lucien S&egrave;ve, &#8222;Penser&#8230;&#8220;, S. 105<\/p>\n<p class=\"Fu_notentext\"><a id=\"footnote25\"><\/a><a href=\"#footnote25back\"><sup>25<\/sup><\/a> &#160;Lucien S&egrave;ve, &#8222;Penser&#8230;&#8220;, S. 91<\/p>\n<p class=\"Fu_notentext\"><a id=\"footnote26\"><\/a><a href=\"#footnote26back\"><sup>26<\/sup><\/a> &#160;Lucien S&egrave;ve, &#8222;Penser&#8230;&#8220;, S. 92<\/p>\n<p class=\"Fu_notentext\"><a id=\"footnote27\"><\/a><a href=\"#footnote27back\"><sup>27<\/sup><\/a> &#160;Karl Marx, Grundrisse, MEW 42, 742<\/p>\n<p class=\"Fu_notentext\"><a id=\"footnote28\"><\/a><a href=\"#footnote28back\"><sup>28<\/sup><\/a> &#160;ebenda<\/p>\n<\/div>\n<p><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sorry, this entry is only available in Deutsch.Klaus Hartmann* Der Freidenker-Verbandstag im Juni 2016 in Potsdam hat den Verbandsvorstand beauftragt, \u00bbeine \u00f6ffentliche Diskussion mit dem Leitgedanken \u201aWie wollen wir leben\u2018 anzuregen. Bevor wir diskutieren k\u00f6nnen, wie wir leben wollen, stellt sich die Frage nach dem \u00bbwir\u00ab \u2013 wer ist das? 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